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Von einem Tag mit Anlaufschwierigkeiten

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Manchmal habe ich das Gefühl es gibt mehrere Arten von Tagen: Die, an denen alles super läuft, besser als man es sich vorgestellt hat; dann die an denen gar nichts so läuft wie geplant, man das Gefühl hat, die ganze Welt hätte sich gegen einen verschworen; und dann die, wo man das Glück erst überzeugen muss, sich auf die eigene Seite zu begeben. Natürlich gibt es auch Tage, an denen sich der Typ im Laufe des Tages ändert, zum Negativen oder aber zum Positiven.

Wie dem auch sei, heute war eher so ein Tag aus der Kategorie “Ich muss das Glück erst überzeugen”.

Angefangen hat alles damit, dass ich geträumt hatte angeschossen zu werden. Nachdem ich mich von diesem Traum beruhigt hatte und wieder eingeschlafen war, wurde ich gegen sieben Uhr von einem furchtbaren Gewitter geweckt. Mit geschlossenem Fenster hörte ich, wie sehr es regnet und der Donner war so laut, dass ich kurz überlegt habe, ob es da wirklich donnert oder aber schwere Autos vom Himmel fallen und so einen Krach veranstalten.

Danach geduscht, gefrühstückt und an die Arbeit gesetzt. Ich hatte endlich eine erste richtige Aufgabe, an der ich ein bisschen Knobeln musste, aber schließlich eine Lösung gefunden habe. Ansonsten habe ich bei zwei Telefonkonferenzen zugehört, deren Inhalt ich nur zu einem kleinen Teil verstanden habe und mich in meine nächste Aufgabe ein bisschen eingelesen. Es sind noch ein paar Fragezeichen offen, aber die werden sich morgen hoffentlich klären.

Nach der Arbeit dann zum Einkaufen gefahren und dabei einige Momente gehabt, die, wäre ich heute nicht so ruhig gewesen, mich in Rage gebracht hätten. Vor und hinter meinem Auto, haben zwei andere Autos mich sehr eng eingeparkt, sodass ich erstmal einige Male ein kleines Stück vor und zurück fahren musste, bis ich endlich aus der Parklücke herauskam. Und als ich vorm Einkaufen noch schnell einen Brief bei der Post abgeben wollte, hab ich die Schlange vor der Postfilliale gesehen und mich mental auf langes Warten eingestellt, ging dann aber doch recht schnell. Einkaufen ging auch erstaunlich schnell.

Nach dem Einkaufen wollte ich laufen gehen, da ich das schon seit eineinhalb Wochen nicht mehr gemacht hatte, also Laufsachen angezogen und nach draußen gegangen. Aber wieso auch immer, die Strava-App auf meiner Smartwatch fand kein GPS und ich musste stattdessen erst noch mein Handy von drinnen holen. Laufen war auch gut, ich hab mich ziemlich verausgabt und geschwitzt wie ein Tier, aber es war ein gutes Gefühl. Nach ein bisschen Ausruhen und als ich endlich wieder bei Kräften war, ein bisschen in meinem Zimmer aufgeräumt, geduscht und Abend gegessen.

Nun ist der Tag aber vorbei. Ich kann schwer beurteilen, ob es viel oder wenig ist, was ich heute geschafft habe. Es gibt Tage da mach ich deutlich weniger, aber es gibt auch Tage, da bin ich nach den aufgezählten Aktivitäten deutlich weniger körperlich und mental erschöpft. Dennoch würde ich es als einen insgesamt positiven Tag bezeichnen, auch wenn ich manchmal kurz davor war zu denken, “heute geht alles schief”. Also kein negativer Tag, aber ein Tag mit Anlaufschwierigkeiten.

Besonders nach dem entspannten Wochenende werde ich das Gefühl nicht los, dass Home Office deutlich anstrengender als Home Studying ist. Auch hinterfrage ich mal wieder, ob wir (auch als Gesellschaft) die richtige Work-Life-Balance haben? Die ganze Woche arbeiten, nach Feierabend nicht selten erschöpft sein und nur das Wochenende (und ein paar Wochen Urlaub im Jahr) zum Regenerieren und zur anderweitigen Nutzung zur Verfügung haben – wenn man denn Glück hat und mehr als Mindesturlaub hat und nicht am Wochenende arbeiten muss. Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben? Ich will mich nicht beklagen, mir macht die Arbeit Spaß, aber wahrscheinlich geht das nicht jedem so.

Und eigentlich wollte ich nur ein bisschen über die verschiedenen Arten von Tagen philosophieren, aber nun ist daraus sowas wie ein Tagebucheintrag geworden. Naja auch egal, Hauptsache was neues auf meinem Blog. 😄

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Jan-Lukas Else
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