Gedanken

Ich benutze kein Instagram mehr. Ich habe all meine Fotos in einem Archiv auf meiner eigenen Website veröffentlicht und nun mein Profil erst einmal still gelegt. Noch nicht gelöscht, wer weiß wofür man das noch einmal braucht, aber wenigstens sind dort nun keine Fotos mehr von mir öffentlich und auch ist die App nicht mehr auf meinem Handy. Wie ich in den Einstellungen sehen kann, habe ich meinen Account am 4.
Hätte ich vor einem Jahr überlegt, wie mein Leben heute wohl aussehen mag, hätte ich bestimmt was völlig anderes geschätzt als das, was heute Realität ist. Das Leben ist voller Überraschungen. Manchmal passieren nicht so schöne Dinge, die einen runterziehen, Kraft nehmen, Zweifel wecken und Hoffnung verlieren lassen. Aber manchmal passieren auch schöne Dinge, die dem Leben plötzlich eine ganz neue Bedeutung geben, einen pushen, das Leben lebenswerter machen und einem wieder neue Motivation, Kraft und auch Hoffnung geben.
Ich sitze gerade an meinem Schreibtisch. Das Fenster ist auf Kipp und die Nachbarn eine Etage tiefer sind im Hintergarten beschäftigt. Eine Familie mit zwei Kindern, der Opa scheint gerade zu Besuch zu sein. Vom Hören kann ich urteilen, dass er sein iPhone dabei hat. Wie es scheint kommt er nicht damit zurecht, dass ihm immer angezeigt wird, wenn ein Update verfügbar ist. Er scheint nicht zu verstehen, dass er diese Mitteilung einfach ignorieren und trotzdem telefonieren kann.
Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich gerade im Starbucks in Hamburg in der Mönckebergstraße und esse nebenbei ein Stück Zitronenkuchen - Kaffee mag ich nicht so. Wie diese Hipster, wovon hier auch einige rumsitzen. In einer Stunde fährt mein Zug vom Hauptbahnhof zurück nach Hause. Aber wie bin ich hier nach Hamburg gekommen, warum überhaupt? Dieses Wochenende ist (bzw. war) das letzte in meinem diesjährigen Sommerurlaub. Die ganze letzte Woche war ich zuhause und habe hauptsächlich aufgeräumt (mein Zimmer ist endlich ordentlich und minimalistischer als vorher), aber fast noch mehr rumgegammelt.

Was ich mir gekauft habe...

Ich habe etwas gekauft, bei dem, nachdem ich gleich sage was, der ein oder andere vielleicht etwas verwundert schauen könnte, weil ich ja eigentlich so gar nicht zu der Zielgruppe gehören, die sich so etwas anschaffen. Und zwar ein Pedelec… Ein Pedelec (Akronym für Pedal Electric Cycle) ist eine Ausführung eines Elektrofahrrads, bei der der Fahrer von einem Elektroantrieb nur dann unterstützt wird, wenn er gleichzeitig selbst die Pedale tritt.
So, endlich melde ich mich auch mal wieder hier auf diesem Blog. Die letzten zwei Wochen war ich größtenteils offline, jedenfalls wenn es als offline gilt kein WLAN sondern nur sehr begrenzte mobile Daten zu haben. Ich hab es nämlich gerade so geschafft, nicht noch zusätzliches Volumen buchen zu müssen. Ich war am Meer, an der Ostsee auf Deutschlands zweitgrößter Insel Usedom. Das Wetter war sehr schön, vielleicht das ein oder andere mal ein bisschen zu warm, denn schwitzen mag ich nicht so, aber dafür gab es kaum Regen.
Vor einigen Wochen habe ich davon berichtet, dass ich minimalistischer werden will und mir vorgenommen habe nach dem Motto “weniger ist mehr” zu leben. In kleinen Schritten komme ich diesem Ziel immer näher, jeden Tag ein bisschen. Aber auch wenn es ziemlich befreiend klingen mag, einfach mal den ganzen Scheiß loszuwerden, der sich im Laufe des Lebens angesammelt hat, etwa Klamotten oder Büchern, die man ja eh nicht mehr anzieht oder noch ein weiteres Mal liest, oder die Ersparnis durch Verzicht auf unnötigen Konsum (kein Impulskauf von Supersonderangeboten und keine Amazon-Shopping-Touren), so schwer ist es auch es wirklich konsequent durchzuziehen.
Letztens bin ich, wie so oft mit dem Zug durch Deutschland gefahren. Sechs Stunden sollte die Fahrt laut Plan dauern, aber nicht selten kommt mal was dazwischen und aus sechs werden schnell mal sieben, acht oder neun Stunden. Äußerst ärgerlich, besonders wenn es aus Gründen passiert, für die man eigentlich kein Verständnis haben kann. Solche die nur passieren, weil die Deutsche Bahn mal wieder spart (kaputte Weichen, technische Störungen etc.). Natürlich trotz völlig überteuerter Tickets.
Jan-Lukas Else
20-Jähriger Student, der über alles schreibt, was ihn interessiert.